Maria hütet den Heiligsten unter ihrem Herzen, aber sie hält ihn nicht für sich zurück, sondern bringt sie Ihn, wie die erste Monstranz des neuen Bundes, zu den Menschen.
In der Begegnung mit der Mutter des Täufers scheut sich Maria nicht, ihre Freude über das hinauszujubeln, was Gott an ihr getan hat, um seinem er¬lösungsbedürftigen Volk zu Hilfe zu kommen. Aber sie belässt es auch nicht bei Gefühlsausbrüchen und schönen Worten. Ihre Zuneigung, ihre Verbundenheit zeigt sich im hilfreichen Beistand, den sie der Hochschwangeren leistet. Drei Monate bleibt Maria bei ihr, sagt das Evangelium, bis die Nieder¬kunft unmittelbar bevorsteht, bis die Verwandten von Zacharias und Elisabeth kommen und ihre Hilfe nicht mehr gebraucht wird. Dann zieht sich Maria zurück, ehe man sie loben kann.
Die schönste Freude ist: anderen Freude bereiten; - anderen Christus bringen durch Worte und durch Taten der Liebe; - durch die leiblichen und geistlichen Werke der Barmherzigkeit; - Wahrlich, Ich sage euch: "Was ihr einem dieser Meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr Mir getan" (Mt 25, 40).
Maria, erflehe uns die Gnade, dass wir die Begegnung mit dem Herrn in Wort und Sakrament sowie in unserem Dienst am Nächsten suchen und lehre uns eine wahre und uneigennützige Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, damit wir auch dann helfen und schenken können, wenn uns nicht gedankt wird und wir nicht gelobt werden.