Sie war beim Begräbnis Jesu dabei. Sie hat die Nacht des Karfreitags und den stillen Trauertag des Karsamstags durchlitten. Sie hat erlebt, dass nicht nur der Leib ihres Sohnes, sondern auch sein ganzer Jüngerkreis gestorben, zerbrochen war. Sie war die einzige, die noch an ihn glaubte. Sie vertraute seinem Wort, das er gesagt hatte: „Der Menschensohn wird am 3. Tag auferstehen.“ Wie hat sie gewacht und gebetet: „Komm zurück, Jesus! Komm!“
Und dann durfte sie die Botschaft hören: „Wir haben den Herrn gesehen! Er lebt! Freu dich, Maria! Es ist alles gut!“ – Und wie sehr hat sie sich gefreut! Gefreut über alles, was die Frauen von dem beiseite gerückten Stein erzählten, was Petrus und Johannes berichteten, - dass sie ein leeres Grab gefunden hätten, oder was ihr von den beiden Jüngern zugetragen wurde, die nach Emmaus gegangen waren: dass sie ihren Sohn getroffen hätten.
Sei bei mir, Mutter Gottes und wecke und stärke in mir den österlichen Glauben: Jesus lebt! Sei bei mir Maria und wiederhole mir in den dunklen Stunden meines Lebens die Worte des Engels, der einst zu Dir und dann auch zu den Frauen am Grab gesprochen hat: „Fürchte dich nicht!“ Und leg mir neu die Worte ins Herz, mit denen Dein Sohn am Osterabend die Jünger gegrüßt hat: „Friede sei mit euch!“